Glück kann wohl jeder brauchen. Um dieses auch wieder für das Jahr 2009 zu bekommen, treffen sich am ersten Fastensonntag, dem so genannten Kas-Sunti, das ist heuer der 1 März 2009, die Einwohner von Pettneu um einem einzigartigen, uralten Spektakel beizuwohnen. Für jeden Haushalt wird dabei eine glühende Holzscheibe geschlagen, die demjenigen das ganze Jahr über Glück bringen soll.

Um 20 Uhr trifft man sich in geselliger Runde vor der Feuerwehrhalle Pettneu. Dia Kaskiachla sind eine Speise aus mit Bierteig überzogenem Käse, der im heißen Fett heraus gebacken wird. Um der Kälte zu trotzen, wird Glühwein serviert oder ein Saltbrennter zum Kaskiachla genossen.

So warten alle gespannt, dass die Feuerwehrmänner eine glühende Scheibe mit dem Haselstock über die Schanze hinaus in die dunkle Nacht schicken.

Im Vorfeld des eigentlichen Scheibenschlagens werden fingerdicke Birkenscheiben von ca. 10-15 cm Durchmesser zurechtgeschnitten. Für jeden Haushalt in Pettneu steht eine eigene Scheibe bereit. Die quadratischen oder rechteckigen Scheiben verfügen über ein Loch von 2 cm in der Mitte. Mit dieser Öffnung kann mit einem Haselstock die Scheibe aus dem Feuer geholt werden, welches am Abend des Kas-Sunti entzündet wird.

Die Scheiben werden in Pettneu von Rakowitz Arthur gemacht, der im Sommer schon die Birke aussucht aus der er dann die Scheiben spaltet. Auf diesem Wege möchten wir uns beim Arthur und seinem Team recht herzlich bedanken, das er uns jedes Jahr d`Scheiba mocht.

Unter dem Motto wie es Früher einmal war hat unser Fähnrich Schönherr Josef einen tollen Bericht über das Scheibenschlagen in Pettneu verfasst.

Schon früher hat die F.F. Pettneu das Scheibenschlagen durchgeführt und zwar vom Hasli aus. Vor dem eigentlichen Scheibenschlagen hat man ein etwa 5m hohes Kreuz entzündet. Dazu wurde ein mit Stroh umwickeltes Lattengerüst aufgestellt und mit Hilfe von Benzin angezündet. Das war für uns Kinder immer eine große Sensation. Die Scheiben für jeden Haushalt wurden dann in Richtung Bahnhofstrasse geschlagen. So in die Richtung wo heute das Haus vom Toni Tschiderer steht.

Der Verkehr auf der Strasse war damals nicht nennenswert und wenn es nötig war, wurde er von 2 Posten geregelt.
Es muss in der Mitte der 50iger Jahre gewesen sein, wo vermutlich auch aus Sicherheitsgründen das Scheibenschlagen nicht mehr durchgeführt wurde.
Nach langen Überlegungen und vielen Gesprächen hat man dann unter Kdt. Lampacher Heinrich das Scheibenschlagen im Jahre 1988 wieder ins Leben gerufen. Schon vorher waren wir Zaungast bei einem Scheibenschlagen in Landeck mit dabei um von der Vorgangsweise zu erfahren.
Das Scheibenschlagen ist ein alter Brauch, mit Feuer und Funken soll der Winter ausgetrieben und der ersehnte Frühling herbeigezaubert werden. Der Tag soll wieder die Herrschaft über die Nacht gewinnen.
Die in die Luft geschlagenen Scheiben sollen demjenigen, dem sie gewidmet sind, Glück bringen.
Kaskiachla, Glühwein und Schnaps sind Zutaten der Neuzeit. Das Scheibenschlagen darf nur am Kassunnti durchgeführt werden.
Über die während des vergangenen Jahres vorgekommenen „Hoppalas“ oder sonstiger Ereignisse wurde und wird auch heute noch zum Gaudium der nicht Betroffenen berichtet.
Mit dem nachstehenden Spruch beginnt das Scheibenschlagen.

Dia Scheiba,dia Scheiba,
dia wölla ma´r treiba.
Schmalz in dar Pfonna,
Kiachla in dar Wonna,
Pfluag in dr Eard,
dass dia Scheiba weit aussigeaht!

Text von: Schönherr Pepi, Mair Thomas